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Ein großes Gewässer wie der Parsteiner See wird zwangsläufig auch fischereiwirtschaftlich genutzt.

Wie weit die Geschichte hier zurück reicht, wollten wir nicht recherchieren, sondern uns (wie generell auf dieser Website) an den Fotos von Reiner Krause orientieren und uns damit auf die Situation zur DDR-Zeit konzentrieren.

Der Nordteil wurde damals wie ein riesiger Zuchtteich genutzt. Durch Intensivhaltung von Spiegel- und Graskarpfen mit Zufütterung von großen Mengen Mais kam es zu starker Eutrophierung und Eintrübung des Wassers sowie mächtiger Faulschlammbildung.

Der Standort des Fischereibetriebes befindet sich auf der Spitze des Parsteinwerders (siehe Bild oben, das eine Morgenstimmung in den 1970er Jahren zeigt).

Reiner Krause stand immer im guten Kontakt mit den Fischern vom Parsteiner See, so entstand bereits Anfang der 1970er Jahre ein Fernsehfilm (allerdings in schwarz-weiß) unter dem Titel  „Lebensbilder eines Sees“.

In der ersten Hälfte wird darin über den See und seine Ökologie berichtet, während sich die zweite Hälfte vorrangig mit den Fischern und ihrer Arbeit beschäftigt.

Für diese Aufnahme (links) verabredete sich R. Krause mit den Fischern, um sie am Pehlitzwerder zu fotografieren. Am gegenüberliegenden Ufer befindet sich der Parsteiner Campingplatz, der auf diese Distanz kaum zu erkennen ist.

Viele der Stellnetze, aber auch Reusen befanden sich (zumindest zur damaligen Zeit) im Übergangsbereich zwischen dem Hauptsee (bzw. Mittelsee) und dem Nordteil (Bild links).

unter Wasser...

Eine Besonderheit stellt immer die Beobachtung unter Wasser dar und das gilt natürlich auch ganz besonders für die Aktivitäten der Fischer.

Reusen wurden beispielsweise am Grund ausgelegt  -  hier haben sich einige Weißfische und Barsche verfangen.

Ein Spiegelkarpfen hat sich in einem Netz verfangen.

Das Alter der Fotos lässt sich allein schon an den verwendeten Materialien erkennen, aus denen die Netze hergestellt waren.

Der Hecht sieht hier auf den ersten Blick so aus, als würde er neugierig durch die Maschen schauen, in Wirklichkeit hat er sich bereits verfangen.

die Kehrseite  -  Probleme

In Stellnetzen kommt es leider hin und wieder vor, dass Fische, die sich darin verfangen, qualvoll verenden, wie diese Schleie, die bereits einige Tage tot ist. Durch die Befreiungsversuche bewegen sich die Tiere immer weiter nach vorn und damit tiefer und fester ins Netz. Wenn man dieses Bild betrachtet, könnte man denken, dass es sich hier um ein altes, nicht mehr genutztes Netz handelt, das zudem mehr oder weniger defekt ist.

Von solchen Dramen bekommt man normalerweise nichts mit, daher war es Reiner Krause wichtig, auch derartige Szenerien festzuhalten und ans Tageslicht zu bringen.

Auch die Vegetation kann durch Stellnetze negativ beeinflusst werden. Hier steht zum Zeitpunkt der Aufnahme zwar nur noch die Stange, aber am Seegrund kann man den Schaden deutlich erkennen. Durch Wind und daraus resultierender Wasserbewegung kommt es auch zu einer Hin- und Herbewegung des Netzes. Der wertvolle Grundrasen aus Armleuchteralgen wird hierdurch zerstört und weicht in dem betroffenen Bereich vollständig zurück. Übrig bleibt der blanke Seeboden, der nun anfällig für physikalische Einflüsse ist. Die Characeenbestände hingegen gehören zu den wertvollsten Lebensräumen im Gewässer und sie gehören zu den Gütesiegeln des Parsteiner Sees.

Mitte der 1990er Jahre wurden Bohrungen im Parsteiner See durchgeführt. Dies erfolgte von einer Plattform aus, die hier auf dem Foto im südlichen Bereich des Sees zu sehen ist.

Neben der „normalen“ Fischerei gibt es natürlich - wie an fast jedem Gewässer - auch viele private Angler, die ihr Glück am und auf dem Parsteiner See versuchen, wobei hier im besonderen eine gute Ortskenntnis Voraussetzung ist, denn der Seegrund weist sehr viele Erhebungen und Vertiefungen auf, die zumindest indirekt einen gewissen Einfluss auf das Verhalten mancher Fische haben, so sind z.B. die unterseeischen „Berge“ sehr interessant und werden gezielt beangelt, da diese Bereiche höheren Erfolg versprechen.

Auf einer speziellen Fischereikarte sind diese Erhebungen auch komplett mit Namen und Tiefenangaben eingezeichnet.