Als Mittelsee bezeichnet man das große Becken, das sich südlich an den Nordteil anschließt und gewissermaßen eine Art Übergang zum eigentlichen Hauptsee darstellt, obwohl es genau genommen schon zu diesem zählt.

Die Wasserchemie des Mittelsees, seine Sichttiefe und die untere Makrophytengrenze (UMG) rechtfertigen allerdings die Zwischenstellung, so dass er hier gesondert aufgeführt werden soll.

Er ist bis zu 8 m tief. In den 1970er Jahren war der gesamte Grund mit Armleuchteralgen-Grundrasen besiedelt, davon nahm der Nitellopsis-Grundrasen, der mit rund 230 ha überhaupt der verbreitetste Vegetationstyp im Hauptteil ist, die meiste Fläche ein und löste in 2 bis 3 m Tiefe den Chara-tomentosa- bzw. Flachwasser-Armleuchteralgen-Grundrasen ab (SUCCOW & REINHOLD 1978).


Aktuell liegt die UMG im Mittelsee bei 5 m; Chara-tomentosa-Grundrasen und Verarmter-Großnixkraut-Grundrasen kommen hier vor und ebenso die Tiefwasser-Kammlaichkraut-Tauchflur; letztere wurde stets unterhalb des Chara-tomentosa-Grundrasens gefunden (BREITHAUPT 2008).

Am Westufer befindet sich ein bedeutender Moorkomplex (BREITHAUPT 2008), über den hinweg der Blick auf den beiden hier gezeigten Bildern geht. Die Aufnahmen wurden von den Anhöhen des Parsteinwerders gemacht und zeigen ziemlich genau denselben Bereich, aber zu völlig unterschiedlichen Zeitpunkten.


Das obere Foto entstand in den 1970er Jahren, die Vegetation im Moor ist noch vergleichsweise niedrig.

Die Einengung im Hintergrund markiert die südliche Grenze des Mittelsees und damit den Übergang zum eigentlichen Hauptsee. Recht schaut ein Stück einer Halbinsel hervor, auf welcher damals das DDR-Politbüro-Mitglied Naumann sein Anwesen hatte, weshalb sie für die Öffentlichkeit gesperrt war. Nach der Wende ging es in Privatbesitz über und ist nach wie vor nicht zugänglich.


Das zweite Foto zeigt die Situation nun in den 1980er Jahren, man sieht deutliche Veränderungen; die Sukzession im Moor ist unübersehbar, die „Naumann-Halbinsel“ rechts ist inzwischen verdeckt.

Der wasserseitige Bereich des Moores ist ein bevorzugter Lebensraum für Blaukehlchen.

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