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Die Stammesgeschichte der Reptilien oder Kriechtiere reicht bis ins untere Karbon zurück. Vor allem im Erdmittelalter brachten sie riesenhafte Gestalten hervor, von deren Größe man sich heute nur noch in Museen einen ungefähren Eindruck verschaffen kann.

Die größten heute lebenden Vertreter  -  die australischen Leistenkrokodile  -  werden bis zu 9 m lang. Da Krokodile aber offenbar näher mit den Vögeln als mit den eigentlichen Reptilien verwandt sind, werden letztere meist nicht als eigene Wirbeltierklasse geführt, sondern mit den Vögeln zu den Sauropsiden zusammengefasst. Dies wollen wir hier jedoch nicht weiter verfolgen, denn viele Fragen sind noch offen, so dass man auch in Zukunft mit Überarbeitungen rechnen muss.

Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) gehörte in den 1960er und 1970er Jahren zum gewohnten Bild am Parsteiner See sowie an den umliegenden Gewässern. Dann war ihr Rückgang nicht mehr aufzuhalten und sie verschwand fast gänzlich, so dass heute nur noch winzige Restbestände sehr vereinzelt anzutreffen sind (z.B. am Krummen See-Fenn im Revier Maienpfuhl). Am Parsteiner See hingegen verschwand sie in den 1980er Jahren völlig; die hier gezeigten Fotos wurden um 1970 am Pehlitzwerder gemacht.

Die männlichen Tiere sind an ihren orange bis rotbraun gefärbten Augen zu erkennen, bei den Weibchen sind sie gelb bis weißlich.

Am Tage sucht diese wärmeliebende Art bestimmte Sonnenplätze auf, in der Dämmerung und nachts geht sie am Gewässergrund auf Nahrungssuche, wobei sie sich geruchlich orientiert. An warmen Regentagen kann es vorkommen, dass sie an Land nach Regenwürmern und Schnecken sucht.

Den Winter verbringen sie im Bodengrund der Wohngewässer.

In besonders niederschlagsarmen Sommern kann es zur Austrocknung kleinerer Gewässer kommen. Sind die Schildkröten davon betroffen, wandern sie mitunter größere Strecken, was sie einem Vergraben vorziehen.

Ihre Lebenserwartung liegt bei 50 bis 70 Jahren.

Die wohl bekannteste heimische Schlange ist die Ringelnatter (Natrix natrix).

Sämtliche Arten dieser Gattung können gut schwimmen und tauchen. Die Ringelnatter erreicht von allen die imposantesten Körpermaße, wobei die Weibchen größer werden. Im Durchschnitt werden die Männchen etwa

70 cm lang (maximal 1 m), die Weibchen dagegen durchschnittlich 85 cm (in Mittelauropa maximal 1,50 m bis 1,80 m). Das bislang größte Exemplar stammt von der Insel Krk (Adria) und war 2,05 m lang.

Die scheuen Tiere trifft man an verschiedenen Orten an, oft auf Straßen, an Wegrändern und auf Äckern, wo sie sich gern sonnen, oder eben auch schwimmend im Wasser; verhält man sich dann ruhig am Ufer, kann es sein, dass die Schlange dicht am Beobachter vorüberzieht oder gar an Land kommt; bewegt man sich jedoch, dann wechselt sie sofort den Kurs.

Die Überwinterung erfolgt an frostfreien Orten. Ab März (abhängig von Witterung) kommen die ersten Tiere dann wieder zum Vorschein, bald darauf erfolgt die Paarung, von Ende Juli bis August werden die Eier abgelegt, an günstigen Stellen auch von mehreren Weibchen, wobei ein Einzeltier bis zu fünfzig Eier hervorbringt.

Ringelnattern ernähren sich von verschiedenem Kleingetier wie Amphibien und deren Brut sowie Fischen, seltener auch von kleinen Reptilien und Säugetieren. Umgekehrt stellen sie eine willkommene Beute für verschiedene Greifvögel, Störche, Reiher, Iltise und sogar Raubfische wie den Hecht und den Barsch dar.