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Der Zander ist einer der wenigen Fische in unseren Gewässern, die Brutpflege betreiben. Das bedeutet also auch, dass er den Laich bewacht und verteidigt, was man leicht mit der klassischen Methode durch Verwendung eines Spiegels demonstrieren kann.

Die Tiere finden sich im Frühjahr in ihrem Laichgebiet ein. Sie bevorzugen in trübem Wasser hartgründige Uferbereiche, wo viele halbverrottete Baumstämme, Äste und Steine auf dem Grund liegen. Hier können sie ihren klebrigen Laich am Geäst oder auf dem steinigen Grund abstreichen. Das Gelege wird dann bis zum Schlüpfen der Jungen bewacht, wobei jeder andere Fisch, der sich nähert, angegriffen und in die Flucht geschlagen wird, insbesondere dann, wenn es ein Artgenosse ist.

Ein von Reiner Krause und seinem Team am Rande eines solchen Brutreviers aufgebauter Spiegel führte dazu, dass der Zander sofort sein Konterfei angriff.

„Der etwa siebzig Zentimeter lange und entsprechend schwere Fisch prallte bei jeder seiner Offensiven mit dumpfen Krachen gegen die Glasscheibe. Sobald wir den Spiegel bewegten, wurden seine Attacken, dem vermeintlichen Gegner ins Maul zu beißen, noch heftiger. Wir machten einige Aufnahmen, entfernten den Spiegel und dachten damit den ungleichen Kampf beendet zu haben. Doch nun war unsere Kamera, in deren Frontscheibe sich der Zander wiederum spiegelte, an der Reihe, angegriffen zu werden. Als wir den erbosten Fisch ein wenig mit der Hand fern halten wollten, um ihn erneut zu fotografieren, biss er urplötzlich zu. Dass Fische beim Verteidigen ihrer Brut instinktiv auch gegen einen so übermächtigen Gegner wie einen Taucher Scheinangriffe wagen, war uns bekannt, dass einer aber wirklich zuschnappte, verblüffte uns doch.“

Da man den Zander vorzugsweise in relativ trübem Wasser antrifft, ist der Trick mit dem Spiegel nicht ganz einfach umzusetzen.

Auf dem Bild rechts, das Anfang der 1970er entstand und nicht im Parsteiner See, sondern im Motzener See aufgenommen wurde, ist der sich spiegelnde Zander gut zu erkennen.

Links sieht man den Angriff auf das Objektiv der Kamera.

Hierzu entstand von Reiner Krause ebenfalls ein Film, der unter dem Titel  „Vorsicht - bissiger Zander“ veröffentlicht wurde.

Doch auch in klarem Wasser kann man den Zander finden, wie diese Aufnahme zeigt. Aufgrund der Vielzahl der Bilder von Reiner Krause insgesamt (einschließlich Filmaufnahmen  -  nicht nur vom Zander) und der langen Zeit, die seit damals verstrichen ist, lässt sich heute nicht mehr im einzelnen sagen, in welchen Gewässern diese Zander-Fotos entstanden, auf jeden Fall wurde hierfür in mehreren Seen getaucht.

Der Zander stammt bekanntlich aus Osteuropa und wurde bei uns durch künstlichen Besatz heimisch, was aus ökologischer Sicht immer mit Vorsicht zu genießen ist, denn solche Unternehmungen werden aus rein wirtschaftlichen Interessen durchgeführt. Dabei findet man ihn sowohl in Fluss- und Kanalsystemen, als auch in stehenden Gewässern und somit auch im Parsteiner See. Lediglich schnell fließende Bäche und Flüsse werden von ihm gemieden.

Als beliebter Speisefisch mit grätenfreiem Fleisch hat er eine hohe fischereiwirtschaftliche Bedeutung.

Bei 12ºC bis 14ºC beginnen Zander unabhängig von Wetter und Tiefe mit der Laichablage. Insgesamt dauert die Laichzeit nur etwa zwei Wochen, so dass Eile geboten ist, wenn man einige Aufnahmen machen will. Ende April begegnete das Kamerateam die Zander bereits in 1 bis 2 m, später ab Mitte Mai in 5 bis 6 m Wassertiefe, das verdeutlicht, wie wichtig die richtige Wassertemperatur ist.

Im sonnendurchfluteten flachen Wasser reagierten die Zander besonders nervös.

Der Laich erinnert ein wenig an gekochten Reis, das Weibchen legt 200 000 bis

300 000 Eier ab, doch haben wir für diese Seite kein Bild zur Verfügung, hier sei auf den oben genannten Film verwiesen.

Wo auf dem Grund viele Dreikantmuscheln liegen, findet der Zander ideale Laichbedingungen, an ihren Schalen kann er gut seinen Laich abstreifen.

Bei der Verteidigung seiner Brut scheint der Zander nicht nach Größe und Form des Gegners zu unterscheiden, sondern schnappt nach allem, was sich bewegt.

Etwas erstaunt war das Kamerateam über den relativ starken Befall der Zander mit Fischegeln, was sonst bei dieser Art nicht unbedingt typisch ist.

Befallen werden ruhende Fische, weshalb ein Männchen, das seine Brut bewacht, einen günstigen und leicht zu erreichenden Wirt darstellt.

Hauptsächlich findet man derart parasitierte Fische in stehenden Gewässern, sehr viel seltener dagegen in (vor allem) schnell fließenden.

Die Nahaufnahmen zeigen eindrucksvoll die Segmentierung der zu den Ringelwürmern gehörenden Egel.