Die hier angesprochenen Tierkolonien sind Zusammenballungen mikroskopisch kleiner Organismen

Moostierchen

Die wohl am häufigsten anzutreffenden Moostierchenkolonien sind die hier zu sehenden Erscheinungen, die sich aus Cristatella mucedo zusammen setzen und in klaren, stehenden Gewässern - wie hier im Parsteiner See - vorkommen. Sie bestehen aus hunderten bis tausenden flimmernder Einzelpolypen.

Insgesamt sind in Mitteleuropa etwa zwanzig Arten bekannt.

Es sind Filtrierer, die große Mengen Plankton und Detritus einstrudeln.

Jedes Einzeltier lebt dabei nur etwa drei bis fünf Wochen, die Kolonie etwa acht bis zwanzig Wochen, was von den jeweiligen ökologischen Bedingungen abhängt.

Größe und Gestalt der Kolonien können recht unterschiedlich sein, wobei sie nicht im Wasser schweben, sondern auf irgendeiner Unterlage fest sitzen.

Moostierchen bestehen aus einem Weichkörper mit Darmkanal, welcher durch einen Gewebestrang festgehalten wird, und einer Tentakelkrone. Das Gehäuse kann aus festem Chitin bestehen, aber auch gallertartig beschaffen sein.

Dieses Bild zeigt Moostierchenkolonien auf der Geweih-Armleuchteralge (Chara tomentosa).

Wimpertierchen

Jeder Badende hat wohl schon irgendwann diese grüne, gallertartige Masse angetroffen, entweder frei im Wasser schwimmend oder irgendwo angehaftet.

Es handelt sich dabei um die Kolonien von Wimpertierchen (Ciliata).

Die Einzeltiere sind hier wesentlich kleiner als bei den Moostierchen, ihre Zelloberfläche ist mit Wimpern besetzt, mit denen sie feine Nahrungspartikel aus dem Wasser strudeln.

Ein typisches Merkmal der Wimpertierchen ist der Kerndimorphismus, d.h. sie besitzen zwei Zellkerne, einen großen sogenannten Makronucleus und einen kleinen Mikronucleus. Weiterhin findet sich hier eine Konjugation als Geschlechtsprozess, d.h. ein Austausch von Genmaterial zwischen zwei Individuen mit Hlife einer Plasmabrücke, allerdings nur zwischen verschiedenen Paarungstypen.

Indem sie sich zu großen Kolonien zusammenschließen, sind Wimpertierchen in der Lage, Organismen zu überwältigen, die deutlich größer sind als das einzelne Ciliat (TEMBROCK, mündl. Mitteilung).

Die Nahrung besteht allgemein aus Bakterien, anderen Ciliaten (Wimpertierchen), Flagellaten (Geißeltierchen), Algen, Amöben, Rädertierchen und Detritus, wobei es hier individuelle Unterschiede in der speziellen Zusammensetzung gibt.

Süßwasserschwamm

Sämtliche Arten der Süßwasserschwämme gehören zur Familie Spongillidae, welche ausschließlich im Süßwasser vorkommt. Ausgewachsene Schwämme können sich nicht fortbewegen, sondern wachsen auf verschiedenen Unterlagen, z.B. an Schilfstengeln (Bild rechts). Ihre grüne Erscheinung beruht auf einzelligen Algen, die sich im Schwamm ansiedeln, was aber nur dort möglich ist, wo es genügend Licht gibt. Normalerweise sind die Schwämme gelblich-weiß bis braun-rötlich.

Neben verästelten Gebilden (siehe Seite „Prottenlanke“) gibt es auch solche, die die Unterlage, auf der sie wachsen, krustenartig überwuchern (Bild rechts).

Schwämme wachsen auch in größeren Tiefen, kommen aber in temporären Gewässern nicht vor.

Etwas außer der Reihe sei hier noch die häufig als „Seepflaume“ bezeichnete, koloniebildende Blaualge Nostoc pruniforme gezeigt.

Es handelt sich dabei nicht um Tierkolonien, sondern diese Gebilde sind pflanzlichen Urprungs.

Die Gallertkugeln sind kirsch- bis kastaniengroß und werden gelegentlich in mesotrophen und eutrophen Gewässern gefunden. Die Wasserbewegung treibt sie (manchmal massenhaft) in ruhigen Senken am Seegrund zusammen.

Innerhalb der koloniebildenden Algen finden sich auch verschiedene Kommensale wie Pilze, andere Algen sowie Mikroorganismen.

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